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Restauratorische Instandsetzung Ehrenmal Asberg

Putz- und Mauerwerksanierung

Voruntersuchung und Reinigung:

  • Zur Feststellung des Schadenszustandes wurden vorab durch Abklopfen und visueller Prüfung die Putzflächen überprüft.
  • Die Reinigung und der Abtrag von organischen Verunreinigungen, wie Flechten und Moose, wurde manuell bewerkstelligt.
  • Der Farbabtrag konnte erfolgreich nur durch Heißwasser-Höchstdruckstrahlen, ohne Zusätze von Reinigungsmitteln, mit einem Druck von bis zu 250 bar bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius, durchgeführt werden.

Putz- und Mauerwerksarbeiten:

  • Die Rückbauufer wurden zunächst mit hintergreifenden Schnitten vom erhaltungsfähigen Bestand getrennt und die geschädigten, bzw. nicht erhaltungsfähigen Putzbereiche erschütterungsarm abgebaut.
  • Mit einer oszylierender Fugenfräse wurden die nicht tragfähigen Fugenbereiche erschütterungsarm bis auf eine tragbare Tiefe ausgebaut.
  • Die Ausbauräume wurden rückstandsfrei gereinigt und mit neuem Fugenmörtel in schwach plastischer Konsistenz eingebaut. Der dabei verwendete Trass-Kalkmörtel wurde bündig abgearbeitet und abschließend rau mit einer harten Bürste abgefegt.
  • Der partielle Steinaustausch / Mauerwerksrückbau an den geschädigten Bereichen wurde erschütterungsarm durchgeführt und die Ausbauräume wurden mit in Art und Form angepassten Ziegelsteinen in sattem Mörtelbett aus Trass-Kalkmörtel formschlüssig eingebaut.
  • Wo kein angrenzender Fugenaustausch anstand, wurden die Fugen beim Steinaustausch oberflächenbündig verstrichen und mit einer mittelharten Bürste aufrauend abgefegt.
  • Die Mauerabdeckung wies zum Teil Rissweiten von bis zu 10mm auf, wo ungehindert Niederschlagswasser eindringen konnte. Dadurch war nicht nur die Bewehrungskonstruktion, sondern auch das darunterliegende Mauerwerk stark betroffen. Mittels DIA-Schnitt wurde der geschädigte Teil vom zu erhaltenden Teil abgetrennt, damit die maroden Teile erschütterungsarm abgenommen werden konnten.
  • Die Tragfähigkeit des Mauerwerks bzw. der vorhandenen Untermörtelung wurden geprüft und  -soweit nicht gegeben – abgenommen.
  • Bei der Teilerneuerung der Stahlbetonabdeckung wurde die Schalung nach Form und Lage des rückgebauten Teiles auf angedübelten Tragkonsolen gefertigt. Mit Baustahl wurde eine in Form gebrachte Bewehrung eingelegt. In die Schalung wurde eine Tropfkante eingearbeitet und die untere Betonkante mittels Dreikantleiste gebrochen. Die Oberflächen wurden abgerieben und mittels Folienabdeckung nachbehandelt.
  • Im Rahmen der Reinigung und des Putzabtrages sind die vermeintlich verschwunden Gedenktafeln wieder zum Vorschein gekommen. Trotz der teilweisen Beschädigungen und der straken Verwitterung wurden die Schriften in aufwendiger Handarbeit wieder rekonstruiert.
  • Vornehmlich an der Frontseite erfolgte der Unterputzaufbau aufgrund der Aufbaustärke 2-lagig. Rückseitig wurde eine 1-lagige Bearbeitung ausgeführt.
  • Damit für den abschließend anzubringenden Oberputz eine ebenmäßige Stärke gewährleistet werden konnte, wurde der sehr stark geschädigte, aber fest haftende historische aufgespritzte Kieselputz mit einer Haftbrücke und einem Ausgleichsputz vorgearbeitet. Dieser Putz, auf Basis von gewaschenem Sand mit hydraulischem Kalk und Zementzusatz, wurde rückseitig ganzflächig aufgebracht.
  • Sowohl an der Vorder- wie auch Rückseite wurde der Oberputz auf Edelstahl-Putzträgern aufgebracht.
  • Zur Vermeidung von unkontrollierten Abrissen wurden an der Frontseite, einschließlich umlaufend der Flankenpfeiler, Edelstahl-Sockelprofile eingesetzt und anschließend an die Natursteintafeln sind dazu Putzabschlussprofile aus Edelstahl eingearbeitet worden.
  • Der Oberputz wurde bis zu einer Stärke von 18 mm mit einem Restauriermörtel ausgeführt.
  • Zur Aufarbeitung der Stufen wurde der vordere, sehr stark geschädigte Stufenstoß ca. 10 cm mittels DIA-Schnitt abgetrennt und abschließend mit Stampfbeton reprofiliert. 
  • Um massive Zerstörungen am Stufenmauerwerk zu vermeiden sind die Auftrittstufen nicht zurückgebaut worden, sondern partielle Schadstellen und Risse wurden mit V-förmig eingelassenem DIA-Schnitt herausgetrennt und ausgebaut. Im Anschluss wurden dann nochmal mit HD-Wasserstrahl gereinigt, mit einer Haftbrücke versehen und mit Zementestrich ZE30 aufgearbeitet. Struktur und Farbausbildung passten sich hierbei weitestgehend der historischen Substanz an, sodass auf eine spätere Lasierung der Stufen verzichtet werden konnte.
  • Zur Abdichtung der Mauerkrone wurden einzelne Risse u./o. Ausbrüche im Bestandsbeton aufgeschnitten und v-förmig bis zum tragfähigen Grund geöffnet und mineralisch aufgearbeitet.
  • Mit einem speziellen Abdichtungsmaterial wurde eine Kratzspachtelung aufgebracht, indem dann ein Glasseidengewebe satt eingebettet wurde.
  • Zur Erzielung einer Trockenschichtdicke von 3 mm wurde eine weitere Beschichtung des zweikomponentigen Dichtstoffes aufgebracht und mit der Glättkelle abgearbeitet.

Malerarbeiten:

  • Zur Farbbeschichtung ist das Bauwerk zunächst mit einer Ätzflüssigkeit neutralisiert worden und in späteren Arbeitsschritten mit Grundanstrich, Zwischen- und Schlussanstrich versehen worden. Der Sockel wurde dabei im dunkleren Farbton abgesetzt, das Kronengesims sowie die Kreuzbekrönung wurde auf Wunsch nicht besonders farblich abgesetzt.
  • Da das Stufenpodest, wie bereits erwähnt, nicht lasiert werden musste, wurde es abschließend nur noch einmal mit HD-Wasserstrahlen gereinigt.